Wellenkraftwerke

Wellenkraftwerke

Beitragvon rainer » Fr Nov 09, 2007 21:39

Hallo E.ON stellt auf seiner Internetseite Wellenkraftwerke vor, ich hab mal ein paar wichtige Daten rausgenommen. Ich find die Sache schon ziemlich interessant.

- die Wellen der Weltmeere bergen ein schier unerschöpfliches Potenzial an Energie

- bis zu 15 Prozent des weltweiten Strombedarfs könnten allein durch Wellenkraft gedeckt werden

- um die Entwicklung marktreifer Technologien weiter voran zu treiben, hat E.ON das Projekt West Wave ins Leben gerufen
- neues Wellenkraftwerk vor der Küste Großbritanniens --> soll schon 2009 eine signifikante Menge Strom in das Netz Europas einspeisen
--> http://www.eon.com/de/unternehmen/tdw_17115.jsp

- auf 1 Terrawatt schätzt das World Energy Council das weltweite Potenzial der Wellenenergie - das entspricht der Leistung von 1.000 Kraftwerken mit jeweils 1.000 MW

Funktionsweise: http://www.eon.com/de/unternehmen/tdw_17114.jsp

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Gruß Rainer
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Beitragvon sabine24 » Mo Aug 11, 2008 11:12

Hallo, wie umweltfreundlich ist das Ganze wirklich? Ich meine, was ist mit Meerestieren, die evtl. in die Turbinen geraten? Oder die Pflanzen, die durch entstehenden Sog vernichtet werden könnten?
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Beitragvon rainer » Mo Aug 11, 2008 17:49

Hallo Sabine 24,
ersteinmal Willkommen im Forum, schön das du zu uns gefunden hast :).

Ob Wellenkraftwerke gefährlich für Meerestiere sind kann man zur Zeit noch nicht sagen, weil die Erfahrung mit diesen noch "neuen" Kraftwerken fehlt.

Aufjeden Fall stellt der Bau eines Wellenkraftwerkes sowie der Bau von Offshore Windparks ein Eingriff in den Lebensraum von Meerestieren da.
So ist der Bau von Wellenkraftwerken für Tiere mit extrem empfindsamem Gehör (z.B. Delfinen) sehr störend und bedeutet Dauerstress.
Aber ich denke mal da sind andere Dinge viel schlimmer die jeden Tag passieren wie die Verschmutzung der Meere, Überfischung, die Suche nach Öl und und und....

Für die Pflanzen sind Wellenkraftwerke nicht schädlich weil sich die Wellenkraftwerke ja an der Wasseroberfläche befinden und die Pflanzen am Meeresgrund sind. Der Sog von Wellen ist ja auch ohne Kraftwerk für die Pflanzen kein Problem.

Hier sind noch einige weitere Nachteile von Wellenkraftwerken:

Aus ökologischer Sicht hat die Stromerzeugung in Wellenkraftwerken im Allgemeinen sehr geringe negative Effekte. Es gibt keine direkten Emissionen, keine festen Abfälle, keinen direkten Verbrauch von fossilen Ressourcen und die Elektrizität wird lokal produziert, d.h. es gibt keine Anfälligkeit hinsichtlich Importbeschränkungen. Auf der andern Seite wirft die Wellenkraft eigene Umweltschutz-fragen auf, welche im Folgenden kurz behandelt werden.

Wasserverschmutzung – Bei einigen Wellenkraftwerken kommen hydraulische Schmiermittel zum Einsatz, welche möglicherweise durch Unfälle oder während der Wartung ins Meer gelangen könnten. Gewisse Emissionen können auch durch die Schiffe, die bei der Installation der Anlagen und zu deren Wartung eingesetzt werden, erwartet werden. Insgesamt erscheint das Verschmutzungsrisiko durch diese Quellen jedoch relativ gering.

Beeinflussung des Landschaftsbildes – Onshore-Anlagen können Standorte, die landschaftlich oft sehr reizvoll sind, Attraktivität entziehen. Die Anlagen sind nicht unbedingt sehr störend, die Gegend ist dann aber nicht mehr unberührt. Paradoxerweise kann es an sehr abgelegenen Standorten vorkommen, dass es zu wenige Menschen gibt, welche die Landschaft geniessen können und deren impliziter Wert ist somit geringer. Auch die Verbindung mit dem Stromnetz wird bei On- und Offshore-Anlagen sichtbar sein. Der Stromanschluss für die Seekabel von Offshore-Anlagen wird jedoch weniger störend sein, als der Anschluss von Onshore-Anlagen.

Gefahr für die Schifffahrt – Offshore-Anlagen stellen natürlich eine gewisse Gefahr für die Schifffahrt, für den Handel, die Fischerei und die Marine, dar. Offshore-Windkraftanlagen müssen auf Navigationskarten und natürlich auch durch deutlich sichtbare, beleuchtete Bojen gekennzeichnet werden.

Erosion der Küsten – Da die Offshore-Stromerzeugung den Wellen Energie entzeigt, kommt es an den Küsten zu einer geringeren Wellenaktivität und die damit verbundene Erosion der Strände nimmt ab. Dieser Effekt ist stark davon abhängig, ob der Strand sandig oder felsig ist. Wenn die reduzierte Erosion dazu führt, dass sich die Sandmenge am direkt betroffenen Strand erhöht, dann kann das als positiv angesehen werden. Dadurch könne aber auch die Sandmenge an weiter entfernten Stränden vermindert werden, da die Wellen auch den Sandtransport antreiben. Ausserdem könnte eine abnehmende Wellenaktivität auch zur Beeinflussung der Fischbestände führen, indem das Verhältnis einzelner Fischarten zueinender verändert wird. Einige Typen von Wellenkraftwerken, wie der Japanische „Big Whale“ wurden speziell dazu gebaut, die Wellenaktivität am Strand zu vermindern, um damit Aquakulturen zu begünstigen. Für die Japanische Pendulor-Anlage wurde dies in den Kostenschätzungen berücksichtigt. Die Stromgestehungskosten von 46 ¥/kWh (53 Rp/kWh) werden durch einen Bonus für die Erosionsverringerung von 12.5 ¥/kWh (14 Rp/kWh) teilweise ausgeglichen, womit sich Nettokosten von etwa 34 ¥/kWh (39 Rp/kWh) ergeben.

Unfälle – Die Risiken von Arbeitsunfällen und andere Sicherheitsaspekte werden hauptsächlich davon abhängen, ob sie Stromproduktion Onshore oder Offshore stattfindet. Onshore-Anlagen werden wahr-scheinlich mit Kleinwasserkraftwerken vergleichbare Risiken für Arbeitsunfälle aufweisen. Die Risiken von Arbeitsunfällen bei Offshore-Anlagen werden in gewissem Mass einen gewichteten Durchschnitt von Risiken im Schiffsbau, in Offshore-Aktivitäten der Öl- und Gasindustrie, bei Schleppschiffen und der Bedienung von Bojen abbilden.

Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen helfen. Gruß Rainer
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WEllenkraftwerke

Beitragvon sabine24 » Di Aug 12, 2008 13:23

hallo, ja danke, Du hast mir sogar sehr geholfen, da mich das Thema Umwelt immer beschäftigt. Außerdem sind Deine Infos wirklich sehr ausführlich! :D
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Beitragvon flo » Fr Mär 26, 2010 10:03

Nicht nur Eon stellt solche teile her. http://www.wavestarenergy.com/ Interessant finde ich auch das Projet in Hanstholm /DK. Seit 2009 steht da eine 50m lange Teststrecke. Später sollen damit 500kW erzeugt werden, im Moment sind es nur um die 25kW.


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